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Am Ausgang der Flensburger Förde liegt das Naturschutzgebiet Geltinger Birk

Es befindet sich an der nordöstlichen Spitze Angelns und ist mit einer Gesamtfläche von 773 ha das größte Naturschutzgebiet des Kreises Schleswig – Flensburg. Ein Besuch lohnt sich im Frühjahr, im Sommer, im Herbst und natürlich auch im Winter.

Der Küstensaum steht bereits seit 1934 unter Naturschutz: verlandende Schilfsümpfe, Salzwiesen, Dünen, sand- und geröllbedeckter Außenstrand, ein kleines Eichenkratt bei Falshöft und seichte Wasserflächen – das Geltinger Noor, sowie eine etwa 1.000 m in die Geltinger Bucht hineinreichende Seegraswiese. Seit 1952 ist das eingedeichte Sumpfgebiet südlich Birknack, die sog. Kuhlenkoppel, ebenfalls Teil des Naturschutzgebietes. 1986 wurde das Gebiet um die Wiesen südlich der Kuhlenkoppel und des Wäldchens (der Alten Plantage) sowie um eine 300 m breite Wasserfläche zwischen Birknack und Falshöft erweitert.

Vogelwelt und Botanik

Im Laufe eines Jahres können rund 200 Vogelarten beobachtet werden, darunter auch wieder fast täglich der Seeadler. Zu den über 90 Brutvogelarten gehören Graugans, Kranich, Knäkente, Mittelsäger, Tüpfelralle, Zwergseeschwalbe, Rotschenkel, Neuntöter, Sprosser, Karmingimpel, Blau-, Schwarz- und Braunkehlchen. Im Gebiet befindet sich zudem eine Graureiher- und Kormorankolonie.

Hochinteressant sind in der Zugzeit die guten Beobachtungsmöglichkeiten für rastende und überwinternde Wasservögel wie Reiher-, Berg-, Pfeif-, Schell-, Trauer- und Eiderenten, Zwerg-, Mittel- und Gänsesäger, Ohrentaucher sowie eine Vielzahl von Watvögeln. Besonders auf dem Frühjahrszug können neben durchziehenden Greifvögeln, Tauben, Dohlen und Wasservögeln auch bis zu 50.000 Kleinvögel pro Tag gezählt werden. Im Herbst können an der Birk-Nack die arktischen Gänse, Seetaucher und regelmäßig auch Raubmöwen beobachtet werden, die über die Flensburger Förde die Nordsee erreichen.

Vernässung der Geltinger Birk

Ein 150 Jahre alter Traum wurde wahr. Die Birk sollte ihr altes Gesicht erhalten. Dafür ließ Dr.Robert Habek für das Fluten der Birk ein großes Stahlrohr öffnen, das durch den Deich in die Ostsee zur kontrollierten Vernässung der Geltinger Birk gelegt wurde. Damit entstehen attraktive Flächen für Wasservögel und Salzwiesen als an der Ostsee äusserst selten gewordene Lebensgrundlage für Flora und Fauna. Auch für Besucher ist die Oberfläche der Birk interessanter geworden, so sieht man zu jeder Jahreszeit wildes Geflatter über den Binnengewässern. Die Pferde werden sich mit der neuen Situation arrangieren müssen. Im Sommer stehen sie gerne am Rande des Wassers oder kühlen sich bis zum Bauch ab. Im Winter kratzen sie mit den Hufen das Eis auf um zu trinken. Das Schilf an den Wasserflächen dient ihnen als willkommene Winternahrung.

Den Pferden bleiben genügend trockene höher gelegene Wiesen und schützende Gehölze.

Koniks, die Wildpferde auf der Geltinger Birk

Die Koniks sind geeignet, ganzjährig im Freien zu leben und können selbst bei Schnee normalerweise ohne Zufütterung zurechtkommen. Sie scharren den Boden frei, um an das Gras zu gelangen und zertreten mit den Hufen das Eis, um zu trinken. Außerdem ernähren sie sich im Winter, wenn das Gras knapp ist, gern von Binsen und Schilfwurzeln, schälen Bäume, oder fressen Brombeerranken. Als Unterstand reicht ihnen Wald oder Buschwerk. Nur in strengen Wintern mit geschlossener Schneedecke wird Heu zugefüttert.

Koniks kommen gut in Feuchtgebieten klar, wie jahrzehntelange Erfahrungen in holländischen Naturschutzgebieten zeigten. Dies alles macht sie so interessant für den Naturschutz in unserer Region. Denn ihre Aufgabe besteht darin, zusammen mit den Rindern, auf den Weide-, Moor- und Brackwasserflächen der Halbinsel „Geltinger Birk“ den Bewuchs mit Büschen und Bäumen zubegrenzen, um eine sogenannte „Halboffene Weidelandschaft“ zu schaffen und zu bewahren.

Da sich einzelne Pferde nicht so leicht einfangen lassen, kommen sie nur bei schweren Verletzungen und Erkrankungen in tierärztliche Behandlung. Durch Bisse und Tritte entstandene Wunden heilen häufig von allein.

In seltenen Fällen werden die Hufe bei einzelnen Tieren von einem Hufschmied gekürzt, meist bricht zu lang gewordenes Horn aber von selbst ab. Hier ist es von Vorteil, wenn die Tiere viel in Bewegung sind, zwischen Tränke und Weide ziehen müssen oder eine gewisse Unruhe durch die Konkurrenz unter den Hengsten besteht.

Die erste Gruppe von 11 Koniks wurde 2002 auf der Birk freigelassen. Zur Blutauffrischung kam 2006 eine zweite Gruppe mit einem Hengst, 6 Stuten und 3 Jährlingen hinzu. Diese Pferde stammten von verschiedenen Weidegebieten in den Niederlanden und waren untereinander wenig verwandt.

Meist halten sich die beiden „Harems“ in gebührendem Abstand voneinander auf . Wenn die Stuten rossig werden, starten die Leithengste immer mal wieder Versuche, aus der anderen Gruppe Stuten zu entführen.

Auch pirschen sich die älteren Junghengste gelegentlich an die Stuten heran, werden aber von den Althengsten verjagt. Die meisten jungen Hengste bilden eine Junggesellengruppe, der sich manchmal auch einzelne junge Stuten anschließen. Nach oft monatelangen mehr oder minder ausgeprägten Rangeleien erweist sich einer der Hengste als überlegen und es entsteht ein neuer Familienverband.

Bilder von der Konik Herde